Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Simon
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Prinzipiell ist jeder Bogen geeignet, wenn man dessen Sehne nur mit dem Daumen zieht. Das ist jedoch nicht alles, was "die Daumentechnik" ausmacht. Es ist die Kombination von Bewegungen der Bogenhand mit der Sehnenhand. Dafür gibt es natürlich so viele Varianten wie Bogenschützen. Je näher man seine Technik an einem historischen Vorbild annähert, desto geeigneter ist dann eine möglichst exakte Replik des zugehörigen historischen Bogentyps. Es gibt einige wenige Handwerker, die diese Kunst wieder erlernt haben oder noch gelehrt bekommen haben. Für einen solchen Bogen, der über Monate in Handarbeit gebaut wird, greift man allerdings sehr tief in die Tasche ... 3000€ ist da keine abwegige Zahl. Ich denke, das kann man ganz gut so stehen lassen, und kommentarlos nach Alternativen suchen.

 

Grundsätzlich interessant sind Bögen, die kürzer als 140cm (56") sind, keine Pfeilauflage haben und daher den Griff mittig vor der Sehne haben.

Als kurze Tabellarische Ausrichtung kann man die mit dem Daumen gezogenen Reflexbögen so sortieren:

1. Laminierte Bauform orientiert sich an historischen Vorbildern:
  1.1 Bogen hat lange Siyahs und hat meist eine große Gesammtlänge
        - Manchubögen
        - Hunnenbögen
  1.2 Bogen hat kurze Siyahs bzw statische Recurves und hat meist eine kurze Gesammtlänge
        - Koreanische Bögen
        - Skythenbögen
        - Osmanische/ türkische Bögen

2.Laminierte Bauform orientiert sich an technischen Gesichtspunkten
  2.1 Bogen mit Siyahs
  2.2 Bogen ohne Siyahs meist mit arbeitenden Recurves
         - Diese werden oft irreführend als Skythen bezeichnet

3. Bauform orientiert sich an Fantasygesichtspunkten
        - Bögen mit Siyahs aus Glasfiber mit Lederwicklung, auch Glasfiberknüppel genannt.
           Zumeist im Larpbereich vertreten

4. Replikas - Nachbau von historischen Vorbildern
     Horn-Sehnen Kompositbögen die zu 95+% den Vorbildern entsprechen


Natürlich, sind die Grenzen dabei fließend und auch historische Vorbilder sind immer zu hinterfragen.