Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Stephan
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Der osmanische Bogen von Sylwek Styrczula

Den Bogenbauer Sylwek Styrczula traf ich das erste Mal während meinem letztjährigen Turnierbesuch in Toszek(Polen).
Hier hatte er bereits einen osmanischen Bogen angeboten. Dieser hatte mir zu wenige osmanische Elemente und so hakte ich den Bogen ab. Doch schon damals fiel mir die hohe Qualität auf.

In der Zwischenzeit hat Sylwek stetig seinen Osmanen weiterentwickelt. Durch einen befreundeten Bogenschützen hatte ich das Vergnügen einen aktuellen Osmanen mit 36#@28" eingehend testen zu dürfen.
Dieser Test hat uns bewogen von unserem bisherigen Grundsatz nur Bögen vorzustellen, die wir selbst schießen, ausnahmsweise abzuweichen.

Optik:
Ich habe noch keinen anderen glaslaminierten Bogen in den Fingern gehabt, der so nah an den historischen Vorbildern lag, wie dieser. Der typische Knick zwischen dem Biegebereich und dem angedeuteten Kasan ist klar herausgearbeitet. Die Verarbeitung und Haptik sind ohne jeden Makel.
Auf den Bogenrücken hat Sylwek ein osmanisch angehauchtes Zierlaminat gesetzt, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Auf dem Bogenbauch ist Kunsthorn verarbeitet und die Siyahs sind mehrfach laminiert.
Einzig die Wicklungen stören den Gesamteindruck. Doch die letzten Bögen von Sylwek kommen auch ohne diese aus.

        

 

 

 

 

 

 



Auszugsverhalten:
Im Vergleich zum Robert Vegh- Osmanen ist er absolut weich zu ziehen. Allerdings fängt das Stacking gefühlt schon bei 30" an. Doch Sylwek fertigt auch verschiedene Bogengrößen an, um einen weiteren Auszug zu realisieren.


Performance:
Für 36#@28" und FF-Sehne kann ich ihm gefühlt und rein subektiv eine sehr gute Wurfleistung attestieren.
Um einen gerechten Vergleich mit dem Vegh-Osmanen zu gewähleisten, hätte ich ein höheres Zuggewicht benötigt.
Ein kleines Manko ist der sehr dezente Handshock, wobei ich da sehr überempfindlich bin.

Ich  gehe davon aus, dass ich ihn nach 100 Schuss nicht mehr merken würde.
Für genauere Werte empfehle ich die Zeitschrift Traditionelles Bogenschießen Ausgabe 72.


Fazit:
Hätte ich nicht die momentane Aufgabe meinen 70# Horn-Sehnen Osmanen sauber zu schießen und hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich mir sofort einen Osmanen bei Sylwek bestellen.
Auch gerade im Hinblick darauf, dass Sylwek mehr Künstler als Fließbandproduzent ist.
Die Möglichkeit eines "Custom-Osmanen" gibt es sonst nirgends.

Stephan