Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Stephan
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Der Build-Along bzw die Bauanleitung für einem osmanischem Daumenring aus Aluminium:

 

Was benötigen wir?

 

Material:

Ich verwende für den Ring  Aluminum, was mir ein Bekannter in der Arbeit vorgefertigt hat. Um an Aluminium zu kommen fragt einfach in eurem Bekanntenkreis nach, eventuell tut sich dort eine Quelle auf. Zur Not bekommt ihr in jedem Fall ein geschmiedetes Spaltbeil aus Aluminium im Baumarkt um die Ecke. Allerdings ist die Bearbeitung etwas schwieriger als bei normalem Aluminium.

In meinem Fall hatte ich eine enorme Arbeitserleichterung, da die Bohrung für den Ring mir schon abgenommen wurde und es es ein Rundmatrial war. Im Falle eines Vollmaterials müsst ihr einfach ein passendes Loch bohren.


Ihr müsst aber für den Nachbau kein Aluminium verwenden. Alle benannten Materialien könnt ihr problemlos verwenden. Bei den natürlichen Materialien müsste ihr nur die Wandstärke dicker belassen.

 

Werkzeug (für Aluminum):

- Eisensäge

- Rundfeile

- Flachfeile

- Halbrundfeile

- Bandschleifer

- Dremel

- Dremel- Schleifwalze

- Dremel- Kugelfräser

- Dremel- Kugelkegelfräser

- Schleifpapier

- Schwabbelscheibe (nicht umbedingt notwendig)

 

Arbeitsschutz:

- Schutzbrille

- Atemmaske

- Schutzhandschuhe (enganliegend) - bei mir hatte der Baumarkt zu und meine alten Handschuhe waren nicht mehr zu verwenden, doch empfehle ich euch dringend welche zu benutzen um Schürfungen zu vermeiden.

 

Im Folgenden werde ich euch durch jeden einzelnen Arbeitschritt führen:

 

 1. Die Maße


Im besten Fall habt ihr einen Meßschieber um die Maße abzunehmen.

Es reicht aber auch ein normaler Zollstock.

Für diesen Ring war ich auf die Zuarbeit einer Freundin angewiesen, für die dieser Ring bestimmt ist.

Ihre Maße sind:

a= 22mm

b= 15mm

Länge der Braue= 20mm

Winkel: 130°

 

 Am Daumengelenk wird die dickste und dünnste Stelle in mm gemessen.

 

 Die Länge der Braue ergibt sich aus dem goldenen Schnitt der Länge von Daumenspitze bis zur Rille des ersten Daumengelenks

 

 Der Winkel der Braue, der besonders bei relativ gestrecktem Daumen entscheidend ist, ergibt sich aus dem Verhältnis vom zweiten Daumenglied zum ersten Daumenglied. Eine Schwankung von 10° ist problemlos

 


2. Das Grobe

Nachdem wir nun die Maße haben, gehts nun ans Eingemachte.

Wichtig: Nehmt nicht zuviel Material ab.

Es gilt das Motto: So wenig wie möglich, so viel wie nötig!

 

 Das Ausgangsmaterial wird schräg abgesägt um die ganz grobe Form des Rings freizulegen

 

 

 Die ovale Innenform des Grundringes wird erst mit einer Rundfeile und dann mit der Dremel und der Schleifwalze auf das Endmaß herausgeschliffen. Für Anfänger empfehle ich eher das Endmaß um 1mm zu unterschreiten.

 

 Hier wird der Winkel der Braue schon grob bestimmt, indem der Grundring im Verhältnis zur zukünftigen Braue schräg angeschliffen wird

 

 Mit der Rundfeile wird nun die Innenseite der Braue grob vorgearbeitet.

 

Nun wird mit dem Kugelfräser die Innenseite der Braue geformt und dem seitlichen Rand eine Innenwölbung verpasst. 

 

Nach der Bearbeitung mit dem Kugelfräser, sollte das Ganze dann so aussehen.

 

 

Wenn alles stimmig verlief, sollte der Ring die passenden Maße haben. Die Breite der Innenwölbung ist a, also in meinem Fall 22mm. Das Daumengelenk soll nachher dadurch angenehm im Ring zum liegen kommen.

 

Nun wird die Oberseite des Daumenrings abgeschliffen.

 

 Ein Wort zur Arbeitsicherheit: Bei der Bearbeitung fällt viel feiner Staub an. Es ist niemanden genützt wenn ihr eure Schleimhäute damit konfrontiert und etwaige Splitter im Auge sind mehr als unangenehm.

 

Mit der Schruppfeile und dem Schraubstock wird nun die Braue und der Rest grob in Form geschliffen.

Bei Metall könnt ihr sorgenlos den Rohling kräftig einspannen, doch Vorsicht bei den anderen Materialien.

 

Der Rohling nach der groben Bearbeitung.

 

3. Das Feine

Die Endform wird nun aus dem Rohling herausgeholt. Seit hier nicht zaghaft aber auch nicht zu unvorsichtig.

Lieber einmal durchatmen und dann wieder beherzt loslegen.

 

Am Bandschleifer (Körnung 40) wir die Außenseite in Form gebarcht.

 

Nach dem Bandschliefer wird mit der Schleifwalze die Außenseite formschön bearbeitet.

 

Nach Bandschleifer und Schleifwalze sollte das dann so aussehen.

Es ist deutlich der Daumenring zu erahnen, doch ist er noch zu klobbig.

 

Wir machen weiter mit der Schleifwalze und bringen den oberen Rand des Daumenrings

zur endgültigen Form.

 

Die Wandstärke ist dünner geworden und der Ring besitzt seine endgültige Form.

 

Um den oberen Rand der Innenwölbung gut zu begradigen benutzt ihr am besten einen Kugelkegelfäser.

Mit dem Fräser werden auch Unstimmigkeiten vom Kugelfräser beseitigt. Es ist nicht notwendig eine glatte Fläche zu realisieren. Sie darf gerne grob sein, aber ohne Ecken und tiefen Rillen.

 

Die Innenwölbung ist komplett fertig und verläuft bis knapp zum hinteren Ende des Daumenrings.

 

4. Das Finish

Bei diesem Arbeitschritt gilt es die Außenseite auf ein Optimum zu bringen.

Dies heißt bei fast allen Materialien - Politur.

Es gibt aber stabilisiertes Holz was von jeder Politur unbeindruckt ist und einfach matt bleiben will.

Falls ihr Wert auf eine Politur legt, könnt ihr vorher das Material testen. In meinem Fall will ich mich nachher im Daumenring spiegeln können. Ihr müsst aber nicht polieren, es reicht ein glatte saubere Fläche.

 

Der Ring wird vorsichtig im Schraubstock, mit Halzbacken als Schutz, eingespannt und mittels Schleifpapier bearbeitet.

Zuerst 40er Schleifpapier, dann 80er und dann 120er.  Jeder Kratzer soll beseitigt werden.

 

Der Daumenring nach dem schleifen per Hand.

 

Ich perönlich habe für die Politur eine sogenannte Schwabbelscheibe auf meinen Schleifbock montiert. Zum Einen geht die Politur dadurch absolut rasant und effektiv und zum Anderen reicht mir ein Vorschliff mit einem 120er Schleifpapier völlig.

Ohne Schwabbelscheibe müsst ihr in kleínen Schritten bis zu einem  1000er Schleifpapier hochgehen,  um dann nachher effektiv mit Polierpaste arbeiten zu können. 

 

Nach der von mir heißgeliebten Schwabbelscheibe, sieht der Ring nun so aus.

Überprüft nun den Ring ganz genau auf Kratzer oder Kanten und beseitigt diese noch.

In meinem Fall bin ich fertig und zufrieden.

Zum Abschluß versiegel ich ich ihn noch mit Autopolitur/wachs.

 

5. Die Präsentation

Jeder Daumenring hat eine gute Präsentation verdient.

Er ist ein kleines Kunstwerk und muss eine angemessene Wertschätzung erfahren.

Vielleicht wollt ihr ja eure zukünftigen Ringe im fletchers-corner.de präsentieren - ich würde mich freuen.

 

 

 

 

 

An dieser Stelle bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch viel Freude beim Sägen. Feilen, Fräsen, Schleifen und Polieren eurer zukünftigen Daumenringe.

Bei Fragen schreibt mich einfach an.

 

Stephan