Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Anna
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Ein brauchbarer Daumenring muss zur eigenen Anatomie und Technik passen. Ihn zu finden ist nicht immer einfach. Das ist aber nicht schlimm, weil es insbesondere für schwache Bögen (und ein solcher empfiehlt sich zum Techniklernen immer!) einige Alternativen gibt.

Bei hohem Zuggewicht profitiert man von der besseren Kraftverteilung durch einen starren Ring. Aber bis man genug geübt hat, um einem starken Bogen gewachsen zu sein, hat man auch herausgefunden welche Art von Ring man braucht und wie man zu diesem kommt.

 

Ohne Schutz

 Um das Prinzip zu verstehen, kann man mit einem schwachen Bogen durchaus ein paar Pfeile ohne Daumenschutz schießen. So hat man am meisten Gefühl für die Sehne. Dabei lastet natürlich die Kraft, die beim mediterranen Schießen auf drei Finger verteilt wird, auf einem, entsprechend ist der Druck auf die Haut viel stärker. Das kann zu Blasen führen oder je nach Haltung zur Irritation von Hautnerven. Eine taube Daumenspitze kann einige Wochen brauchen, um sich zu erholen. Also nicht gegen jede Vernunft weiter üben und lieber nach einem geeigneten Schutz umsehen.

 

Handschuhe

 Ein Handschuh hat gegenüber dem Daumenring den Vorteil, dass er nicht verrutscht und an der Haut anliegt – er stört also nicht bei anderen Tätigkeiten und man kann auch beim schnellen Pfeil einlegen nirgendwo hängen bleiben. Deshalb sind Handschuhe bei berittenen Bogenschützen, die mit dem Daumen schießen, beliebter als Ringe.

Es gibt einige Modelle von speziellen Handschuhen für das Daumenschießen, beispielsweise von Kaya (Abbildung). Für erste Experimente ist auch ein Lederhandschuh z.B. aus dem Baumarkt brauchbar, wenn er an Daumeninnenseite und Zeigefingerbasis keine störenden Nähte hat. Je nach Bedarf kann man ihn noch selbst an der Daumeninnenseite mit einem weiteren Lederstück verstärken.

 

 

Tabs

„Tabs“ für den Daumen lassen sich leicht selbst herstellen. Dabei müssen sie wegen der höheren punktuellen Belastung aus dickerem Material gefertigt werden als ihre Vorbilder aus dem Recurvebereich. Ich zeige hier zwei Beispiele:

 

Einfach + Schnell

Ein rechteckiger Lederrest wird mit Pflasterband am körpernäheren Daumenglied befestigt. Nicht zu fest wickeln, der Daumen braucht etwas mehr Platz wenn man ihn kräftig beugt. Das Leder sollte etwa bis zur Daumenspitze reichen. Passt Jedem, erfordert null handwerkliches Können.

 

Etwas eleganter

Die Form wird aus 3-4mm dickem Leder ausgeschnitten. Die benötigte Größe kann man vorher mit einem Modell aus Pappe ausprobieren. (Das abgebildete Exemplar ist mir zu groß, Fotos nur zur Veranschaulichung)

 

 

Daumenring aus Leder

Ein daumenringähnlicher Schutz aus 4mm starkem Leder. Das Schnittmuster lässt sich einfach den persönlichen Maßen anpassen, auch hier ist ein Modell aus Pappe hilfreich. Die Form wird ausgeschnitten und vor dem Verkleben im Bereich der Überlappung etwas dünner geschliffen, das vermeidet eine störende Kante an der Innenseite. Die optimale Weite findet man am Besten durch Anprobieren und markieren, wie weit die Teile überlappen müssen. Kleben reicht prinzipiell aus, für eine dauerhaftere Verbindung vernähe ich die Enden außerdem.

 

 

 

Ich wünsche viel Spaß beim Basteln und beim Testen des Ergebnisses!

 

Hier geht es weiter zur Bauanleitung für einen osmanischen Daumenring.

 

(Anna)