Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Simon
Drucken E-Mail

Es lohnt sich, das Fingerrechnen,  oder Fingerzählen zu verstehen. Es wird heute nicht mehr verwendet, weil es elektronische Hilfsmittel gibt. Man kann mit diesem System allerdings komplexe Handstellungen mit einer einfachen Zahl, wie z.B. 63 beschreiben ohne einen Text mit 300 Worten und 4 Fotos zu schreiben. So ist es möglich die unterschiedlichsten Griffe für den Bogengriff, die Sehne oder den Pfeil beim Nachlegen kurz und präzise zu beschreiben. 

Dadurch werden auch Vergleiche zwischen Griffen kurz und gleichzeitig präzise genug möglich, um verstanden werden zu können. Wie "westliche" Bogenschützen den Unterschied von "Mediterran", "3under" und "Primary Release" einfach wissen sollten, brauchen Daumenschützen unzweideutige Begriffe für die unterschiedlichsten Griffe. Es wird dadurch möglich einen Vergleich, zwischen Riegel 29 und 74, auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu lenken, statt permanent 400 Zeichen für die Beschreibungen der Riegel zu benötigen. 

Erst durch einen Vergleich kann der eigene Griff am Bogen, der Riegel an der Sehne und das Nachlegen der Pfeile optimiert werden. Da sich die Technik immer an der individuellen Körper des Schützen orientieren muss, führt auch kein Weg daran vorbei. Das Fingerrechnen zu lernen ist also keine verschwendete Zeit.

 

Simon

 

Auszug aus Arab-Archery von N.A. Faris und R.P. Elmer

Das Zählen mit den Finger geht wie folgt:

 

Der kleine Finger, der Ringfinger und der Mittelfinger sind ausschließlich für die Ziffern 0-9 zuständig. Da es drei Finger sind, können damit die Ziffern nur durch unterschiedliche Positionierung dargestellt werden.  Die Eins stellt man mit dem kleinen Finger dar. Er wird so gekrümmt, dass seine Spitze seinen Ballen berührt. Die Zwei wird mit der selben Krümmung wie bei der Eins mit Kleinem- und Ringfinger dargestellt und die Drei, in dem man den Mittelfinger auch noch genau so krümmt.  Für die Vier wird die Stellung von Mittel- und Ringfinger der drei beibehalten, aber der kleine Finger ausgestreckt, für die Fünf bleibt nur noch der Mittelfinger in dieser Position und auch der Ringfinger wird ausgestreckt und für die Sechs bleibt der Ringfinger gekrümmt, und der kleine und Mittelfinger werden gestreckt. Die Sieben wird dargestellt, indem man das Grundgelenk [das Gelenk, das Teil der Handfläche ist] beugt bis die Fingerspitze des kleinen Fingers den Daumenballen berührt. Für die Acht wird zusätzlich der Ringfinger auf diese Art gebogen und für die Neun auch der Mittelfinger wie die anderen beiden.

 Fingerzahlen nach Beda Venerabilis, linke Hand

(Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimalsystem)

 

Der Zeigefinger und der Daumen sind nur für die Zehnerschritte reserviert, welche wie die Einserziffern neun Stück an der Zahl sind. Diese beiden Finger können daher nur durch Positionsvariationen die Zehnerschritte darstellen, und das geht so: 
10: Zeigefingerspitze auf die Innenseite des äußersten Daumengliedes (das mit Nagel);
20: den Daumen so zwischen Zeige- und Mittelfinger, dass das mittlere Zeigefingerglied auf dem Daumennagel liegt;
30: Zusammenbringen der Innenseiten von Daumen- und Zeigefingerspitze; 
40: Der Daumen wird so gedreht, dass die Innenseite der Daumenspitze auf der Außenseite des Grundgelenks liegt;
50: Der Daumen wird so gebogen, dass er die Handfläche, nahe dem Zeigefingergrundgelenk, berührt;
60: Der Daumen bleibt in der Position von 50, und der Zeigefinger wird um den Daumen herum gelegt, das er komplett umschlossen ist;
70: Daumennagelspitze an das mittlere Zeigefingerglied, und dann die Zeigefingerspitze um den Daumen legen, dass die Innenseite des Zeigefingers an der Seite der Daumenspitze liegt; 
80: Zeigefingerspitze über den Daumennagel legen.
90: den Zeigefinger so krümmen, dass die Spitze das Grundgelenk berührt; 
100: alle Finger gestreckt.

Fingerzahlen nach Beda Venerabilis, linke Hand

 (Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimalsystem)