Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Anna
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Auf dieser Seite erzähle ich zunächt etwas zur Entwicklung meiner Technik. Wer gleich zur Anleitung will, bitte hier entlang.

Als ich 2010 mit dem Bogenschießen anfangen wollte, traf ich zufällig jemanden, der das offensichtlich anders machte als die anderen Schützen. Nach dem ersten Ausprobieren war für mich klar - ich will lernen, mit dem Daumen Bogen zu schießen. Ermutigt wurde ich nicht gerade. Die Aussage "Kauf dir keinen Reiterbogen, damit kann man sowieso nicht treffen" hatte ich lange im Ohr.

Glücklicherweise bekam ich die Empfehlung, einen Kaya-Bogen zu kaufen. Denn ein Großteil der Vorurteile die ich damals und in den folgenden Jahren auf Turnieren hörte kommt schlicht daher, dass gute Reiterbögen hierzulande ein seltener Anblick sind. Dass mein Gerät zwar wie ein Spielzeug aussieht, aber richtig ordentlich wirft, hat dann immer wieder für Erstaunen gesorgt.

Der Lernprozess zog sich etwas hin. Es gab in Deutschland ein paar Leute, die mit Bögen nach türkischer Art umgehen konnten, aber ein Teil ihrer Techniken ist beim koreanischen Bogen völlig unbrauchbar. Grundlagen des koreanischen Bogenschießens kann beispielsweise den zahlreichen Videos koreanischer Vereine auf youtube entnehmen. Vom Zusehen versteht man aber nicht automatisch, welchen Zweck bestimmte Bewegungen haben. So habe ich Vieles ausprobiert und was funktionierte, wurde beibehalten. Manche Technikelemente habe ich mir auch von guten Lang- und Jagdbogenschützen abgeschaut. Die physikalischen Spielregeln für gutes Bogenschießen sind ja immer dieselben – egal welche Finger an der Sehne ziehen.

Seit Mitte 2012 habe ich den Eindruck, dass das funktioniert, was ich tue. Bei einem Turnier mit nennenswerter Teilnehmerzahl die Jagdbogenklasse zu gewinnen war ein schönes Zeichen, dass man mit so einem "Kinderbogen" sehr wohl treffen kann. Natürlich gelingt so ein Erfolg nicht immer. Ich finde zwar, dass Daumenschießen an sich weder einfacher noch schwieriger ist als irgendeine andere Technik - nur einfach anders. Aber mein Bogen ist 48" lang, wiegt 330 Gramm und hat weder Bogenfenster noch Shelf. Logisch, dass er höhere Ansprüche an den Schützen stellt als ein Jagdbogen. Wer sich dadurch nicht entmutigen lässt und die Herausforderung annimmt, kann aber viel Freude damit haben.

Die Technik, die ich mir in den letzten Jahren erarbeitet habe, ähnelt der traditionell koreanischen. Anspruch auf historische Korrektheit erhebe ich aber nicht. Letztlich ist es das, was sich für mich als am Praktischsten herausgestellt hat und ich habe auf 3D-Turnieren sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Deshalb kann ich es jetzt guten Gewissens anderen Menschen empfehlen und gebe gerne Kurse für Anfänger. Es freut mich, dass ich ihnen meine Um- und Irrwege ersparen und sie in einer halben Stunde auf einen Stand bringen kann, den zu erreichen für mich damals viel aufwändiger gewesen ist. Und aus diesen Einweisungen und den immer gleichen Tips, die ich den „Neuen“ auf den Weg gegeben habe, ist meine Anleitung für Anfänger im Daumenschießen entstanden. Wie gesagt nicht hundertprozentig historisch korrekt, aber dafür optimiert, leicht erlernbar und beim 3D-Schießen effizient zu sein.


Hier geht es weiter zur Anleitung:

- Allgemeines

- Haltung der Bogenhand

- Haltung der Zughand

- Schussablauf

- Tips für das Training


Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren, Üben und Treffen! Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Turnier oder gemeinsamen Training.

Anna
 

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