Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Anna
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Die Grundlagen einer guten Bogentechnik sind unabhängig davon, mit welchen Fingern man die Sehne zieht. Das Treffen wird umso einfacher, je besser man den Bewegungsablauf verinnerlicht hat und präzise immer gleich ausführen kann. Das Üben dauert seine Zeit, aber schließlich läuft er größtenteils „automatisch“ ab. Hier wird es zum Vorteil, dass bei einem sehr kurzen Bogen mit geringem Eigengewicht auch kleine Fehler des Schützen deutlich erkennbare Folgen haben. Man hat jederzeit durch das Schussgeräusch, das Gefühl im Bogenarm und das Aussehen des Pfeilflugs eine direkte Rückmeldung und dadurch ein geringeres Risiko, sich Fehler anzugewöhnen.

Insbesondere der Pfeilflug ist ein wichtiges Kriterium. Bei guter Technik fliegt der Pfeil gerade und nur mit gutem Pfeilflug sind wirklich präzise Treffer möglich. Man kann hören, ob der Pfeil beim Abschuss am Bogen angeschlagen ist und sehen, ob er wedelt und wo er trifft. Denn ein Pfeil, der gerade fliegt, trifft dort, wo man mit der Bogenhand hin zeigt. Wenn er wegen Problemen mit dem Lösen oder der Bogenhand am Bogen anschlägt, wird er abgelenkt, fliegt unruhiger und trifft beim RH-Schützen deutlich weiter rechts.


Was gibt es konkret zu beachten?

- Stand: beim 3D-Schießen dem Gelände angepasst, generell lieber mit lockeren als durchgedrückten Knieen und ansonsten so, wie es bequem ist.

- T-Form (rechter Winkel zwischen Oberkörper und Armen) bei Schüssen nach schräg oben oder unten durch Knicken in der Hüfte beibehalten, damit die Auszugslänge sich nicht verändert.

- Konstanter Ankerpunkt, wo auch immer man ihn persönlich am liebsten hat.

- Bogendrehung nicht vergessen! Am Einfachsten merkt man sich das anfangs als separaten Schritt: Ausziehen – Ankerpunkt erreichen und halten – Spannung aufbauen - Lösen

- Lösen: Die Sehne sauber und ohne seitliche Ablenkung freizugeben ist anfangs eine Herausforderung. Hier kann Einem ein Video, insbesondere eine Zeitlupenaufnahme, schonungslos ehrlich den Stand der Dinge zeigen. Es ist hilfreich, die Zughand einige Zentimeter entgegen der Pfeilrichtung zu bewegen, um ein „Mitgehen“ nach vorne oder seitliches Verreißen zu vermeiden.

- Nachhalten: Dekorative Bewegungen, nachdem der Pfeil weg ist, helfen nicht weiter. Vielmehr geht es um eine Haltung auf die man hinarbeitet, um möglichst im Moment des Lösens keine Fehlerquellen zu haben. Es scheint zunächst schwierig, den Bogenarm ruhig zu halten, obwohl man mit diesem für die Bogendrehung aktiv eine Bewegung ausführt. In der Praxis schließt sich das nicht aus. Bogenarm und Schulter sollten den Bogengriff gerade in Richtung Ziel drücken. Die Bogendrehung ist eine Sache von Handgelenk und Unterarmmuskeln und davon unabhängig.


Und wie setzt man das um?

Ich empfehle ein Techniktraining auf kurze Distanzen, mit Passen von 3-4 Pfeilen. Das Trefferbild ist anfangs unerheblich. Eine kleine Markierung auf der Scheibe hilft, sich auf einen Zielpunkt zu konzentrieren. Bei guter Technik wird der Pfeil irgendwann von selbst dort stecken. Zu viel auf einmal zu verändern ist keine gute Idee. Man sollte sich immer ein Ziel setzen und auf einen Teil des Ablaufs besonders achten. Wenn dieser gut genug funktioniert, dass er automatisch abläuft, kann man sich einer neuen „Baustelle“ widmen.
Allgemein ist es ein gutes Zeichen, wenn der Pfeil bei der Mehrzahl der Schüsse nicht am Bogen anschlägt (kein Klappern zu hören) und ohne Wedeln fliegt.

Es ist sinnvoll, sich gelegentlich von einem Außenstehenden beobachten zu lassen. Derjenige muss keine Erfahrung mit dem Daumenschießen haben, solange er ein guter Bogenschütze ist werden ihm die kritischen Punkte auffallen. Gegebenenfalls kann man die eigene Schusstechnik auch in einem Video festhalten. Dann kann man sich selbst ansehen, was man verbessern kann.

Und natürlich kann der Austausch mit anderen Schützen hilfreich sein. Das kann jemand sein, der den gleichen Bogen schießt, aber wenn man genau hinsieht kann man auch beispielsweise von einem guten Langbogenschützen lernen, mit dem man auf einem Turnier in der Gruppe unterwegs ist. Eine Auswahl von Veranstaltungen, bei denen sich Daumenschützen treffen, findet sich unter Termine.
Mehr Artikel zu speziellen Aspekten des Daumenschießens gibt es im Bereich Der Erfahrene Daumen.


Fazit

Daumenschießen zu lernen muss nicht kompliziert oder umständlich sein und natürlich kann man so auch präzise Treffen. Spaß macht es obendrein. Selbstverständlich gilt wie überall: Übung macht den Meister.

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren, Üben und Treffen! Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Turnier oder gemeinsamen Training.


Anna ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )


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