Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Simon
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Beim Ablass kommen ein paar Bewegungen zusammen. Offensichtlich öffne ich den Riegel. Dabei bewege ich den Daumen vom Mittelfinger weg und strecke den Zeigefinger. Fertig. Zu Beginn kann es dir helfen, einfach alle Finger der Zughand zu entspannen/öffnen.

 

 

Dadurch, dass meine Arme jetzt nicht mehr den Bogen gespannt halten, bewegt sich zwangsläufig der Bogenarm nach hinten. Dies betone ich, in dem ich hier noch etwas Extrakraft mit rein bringe, um meinen Ellenbogen gezielt nach hinten zu drücken.

 

Vorteil: Abhilfe gegen ein mögliches Zusammensacken beim Ablass, und daher unkonstanterem und langsamerem Pfeilflug.

Nachteil: Gefahr des Überziehens.

 

Für mich überwiegt der Vorteil.

 

 

An der linken Seite drücke ich bereits vor dem Ablass aus der Schulter den ganzen Bogenarm nach vorne. Gleichzeitig mit dem Ablass kippe ich den Bogen nach vorne. Dieses „Kippen“ ist in der Literatur oft als Ḫaṭrah (Khatrah / خطره ?) beschrieben.

Vereinfacht ist das eben ein Kippen nach vorne, oder ein Rotieren zum Ziel hin des Bogens um seinen Griff … oder wie man das auch immer beschreiben will. Dies erreiche ich, indem ich kurz vor dem Ablass etwas druck mit dem Handgelenk aufbaue.

 

Vorteil: Verkürzen der Nullpunktdistanz.

Nachteil: Präzisionsverlust.

 

Für mich erhöht das komfortablere Zielen die Trefferquote mehr, als ich Präzision verliere. Das muss jeder selbst abwägen! Bei einem turkomorphen Hornkompositbogen würde dies auch eine Methode sein, die Wurfarme gleichmäßig zu belasten.

 

 Ablass Pfeile

 

 

Als Endpunkt für das Kippens verstehe ich eine Stelle im mag ich, was im Kitāb fī-l cilm an-Nuššāb beschrieben ist:

 

„Das untere Bogenende mag die Achselhöhle leicht streifen und der Bogen wird nach dem Lösen unter deinem Arm zu liegen kommen.“

 

 

Dies verstehe ich als ein Berühren der unteren Kasan an die Unterseite des Oberarms, wenn das Kippen vollständig durch ist. Ich lerne da gern dazu, und bis dahin freue ich mich daran, dass dies für mich funktioniert.

 

 

Solltest du einen Bogen schießen, der so lang ist, dass das Wurfarmende dich an der Flanke, oder Achsel berührt, zum Beispiel ein „Ungar“ oder sogar ein längerer Bogen, dann lass dieses Kippen einfach bleiben. Ist doch doof sich den Bogen in die Seite zu rammen.

 

 

Simon